Schnellschnittdiagnostik bei Erkrankungen des weiblichen Genitaltrakts

2012 
Die Schnellschnittuntersuchung hat insbesondere bei Ovarialtumoren eine grose Bedeutung, da eine adaquate praoperative histologische Abklarung nicht moglich ist. Die diagnostische Treffsicherheit ist bei primaren Ovarialkarzinomen und benignen Ovarialtumoren am hochsten, bei Metastasen in den Ovarien und seltenen Ovarialtumoren wie Keimzelltumoren am geringsten. Bei Tumoren des Endometriums, insbesondere dem Endometriumkarzinom, sollte die Diagnostik bereits praoperativ mittels Kurettage oder Biopsie erfolgen. Dem intraoperativen Schnellschnitt kommt die Aufgabe der Bestimmung des Tumorstadiums mit der Option zur einzeitigen Lymphadenektomie zu. Bei „Low-grade“-Stromaneoplasien kann dem Schnellschnitt eine diagnostische Rolle zukommen, ebenso bei anderen klinisch malignitatsverdachtigen mesenchymalen Uterustumoren. Die Schnellschnittuntersuchung pelviner Lymphknoten eroffnet die Moglichkeit der einzeitigen paraaortalen Lymphadenektomie. Die Sentinellymphknotenbiopsie ist nur beim Vulvakarzinom von Bedeutung. Die deutsche Arbeitsgemeinschaft Gynakologische Onkologie (AGO) empfiehlt bei Ovarialtumoren mit fraglicher Schnellschnittdiagnose diagnostische Zuruckhaltung und ein zweizeitiges operatives Vorgehen. Im Falle eines Endometriumkarzinoms wird die Schnellschnittuntersuchung des Uterus und der Lymphknoten derzeit ebenso wenig empfohlen wie bei Sentinellymphknoten, aber auch nicht abgelehnt.
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